Marktanalyse

Die 100%ige Tochtergesellschaft der DVB Bank SE wurde im Mai 2007 in Zürich gegründet und nahm im August 2007 den Geschäftsbetrieb auf.
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Unmittelbar nach der Gründung wurde der für die Gesellschaft relevante Markt für syndizierte Transportfinanzierungen durch die Subprime-Krise und die anschließende Austrocknung des internationalen Interbankenmarktes behindert. Das schlug sich in stark reduzierten Transportvolumina, in Verwerfungen der Kreditmargen, aber auch in fallenden Schiffswerten und damit einhergehend in deutlich reduzierten Frachtraten nieder.

2008 gingen die Finanzmarktteilnehmer zunächst noch von einem sich schnell erholenden Marktumfeld (Refinanzierungskosten in Relation zu bezahlten Kreditmargen) aus. Diese Erholung stellte sich aber auch 2009 nicht ein. Erst im Jahresverlauf 2010 war eine Stabilisierung zu beobachten. In den Schifffahrtsmärkten gab es wieder steigende Auslieferungen von Neubauten, allerdings waren die Märkte auch von Refinanzierungen bestehender Transaktionen und Schiffs- oder sogar (Teil-) Flottenverkäufen geprägt. Dabei haben etablierte und bonitätsmäßig solide Marktteilnehmer auf niedrigem Niveau Kapazitäten von krisengeschädigten Unternehmen erworben. Frachtraten wie auch Schiffswerte konnten sich in diesem Marktumfeld zumindest auf dem Vorjahresniveau stabilisieren bzw. sogar leicht erholen.

Besonders Kreditnehmer mit guten Bonitäten waren dabei aber immer weniger bereit, Neugeschäftszinsmargen zu akzeptieren, die die erhöhten Refinanzierungskosten der Finanzinstitute einpreisten. Im Jahresverlauf 2010 waren daher insgesamt leicht fallende Kreditmargen zu beobachten.

Das Volumen der am Syndizierungsmarkt angebotenen Transaktionen ging im Segment der Transportfinanzierungen von 2007 bis Ende 2009 um 70,4 % auf 17,4 Mrd € zurück, im Jahr 2010 stabilisierte sich der Markt bei 36,9 Mrd €. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Neugeschäftsvolumen der ITF Suisse wieder, die 2010 mehr Geschäfte als im Vorjahr abschließen konnte und dabei stets ihre konservativen Kreditvergaberichtlinien beachtete.
 


Strategische Positionierung

Die Strategie der ITF Suisse ist es, Banken bei internationalen Transportfinanzierungen durch Kreditunterbeteiligungen in den Verkehrsmärkten Seeschifffahrt, Luftverkehr und Landtransport zu unterstützen.  Mehr

Die ITF Suisse kann sich dabei auf die Research-Expertise der DVB im Shipping Finance, Aviation Finance und Land Transport Finance stützen und hat sich zum Ziel gesetzt, professionell, schnell und zuverlässig zu agieren. Dies soll insbesondere durch eine restriktive, aber transparente Kreditvergabepolitik und durch kurze Entscheidungswege erreicht werden. Da nur bereits endverhandeltes Geschäft geprüft wird, entfällt die eitintensive Kreditstrukturierung und die Entscheidungsprozesse laufen zügig ab.

Ein erfahrenes Team und die Einbindung in die DVB machen die Realisierung dieses Konzepts möglich. Eine schlanke und kosteneffiziente Organisation macht die bei diesem Geschäftsmodell üblicherweise geringeren Ergebnisbeiträge akzeptabel. Die Gesellschaft ist im Markt gut etabliert und hat Kontakte zu den im europäischen Syndizierungsmarkt relevanten Banken geknüpft. Das Geschäftsmodell hat sich als erfolgreich und tragfähig erwiesen und wird daher unverändert weiterverfolgt.


Produkte

Die ITF Suisse engagiert sich ausschließlich im internationalen Bankenmarkt für Transport-Finanzierungsgeschäfte im Bereich Seeschifffahrt, Luftfahrt und Landtransport – und zwar exklusiv über Unterbeteiligungen.
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Die Kunden der ITF Suisse sind daher ohne Ausnahme Banken, die ihrerseits Syndizierungspartner suchen. Durch diese Ausrichtung wird ein wichtiges Marktsegment mit der eigenständigen Firmenmarke ITF Suisse bearbeitet. Die Geschäfte müssen definierten Risikokriterien entsprechen und sind dabei grundsätzlich erstrangig durch das finanzierte Verkehrsmittel besichert.


Portfolioanalyse

Die grundsätzlich mit sehr konservativen Beleihungsausläufen abgeschlossenen Transaktionen sind weitestgehend durch die finanzierten Verkehrsmittel gedeckt. Die Entwicklung wird fortlaufend beobachtet. Auch 2010 wurde das akquirierte Neugeschäft kritischen Risikoanalysen unterzogen. Das Risikoprofil der Geschäfte entsprach den anspruchsvollen internen Kreditvergaberichtlinien der ITF Suisse und die Zinsvereinbarungen deckten die erhöhten Refinanzierungskosten.
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2010 wurden der ITF Suisse 26 Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von 0,57 Mrd € vorgestellt und geprüft. Davon konnten bis zum Jahresende acht Transaktionen mit einem Volumen von 187,9 Mio € realisiert werden. Ein weiteres Geschäft mit einem Volumen von 24,2 Mio € wurde zwar 2010 durch die Gremien genehmigt, konnte jedoch nicht vor Jahresende unterzeichnet und eingebucht werden. Der Aufbau des Portfoliovolumens bleibt damit weiter hinter der Ausgangsplanung zurück, die Ertragssituation entwickelte sich aber aufgrund der weiterhin erhöhten Margen positiv.

Das zum 31. Dezember 2010 ausgezahlte Gesamtfinanzierungsvolumen belief sich auf
622,7 Mio €
. Darüber hinaus bestanden unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von
67,3 Mio €
und Garantieverpflichtungen in Höhe von 14,6 Mio €. Das Geschäftsvolumen setzt sich zu 79,4 %, oder 559,3 Mio €, aus schiffshypothekarisch besichertem Geschäft und zu
20,6 %, oder 145,3 Mio €, aus besicherten Flugzeugfinanzierungen zusammen.

Das gesamte Portfoliovolumen ist erstrangig objektbesichert und die LTV-Ratios entwickelten sich wie folgt:
  
Veränderung der LTV-Ratios

%
2010
2009
pp
LTV ≤ 60%
78,2
74,6
3,6
LTV > 60 ≤ 80%
12,9
16,4
–3,5
LTV > 80 ≤ 100%
5,7
6,7
–1,0
LTV > 100%
3,2
2,3
0,9
Insgesamt
100,0
100,0
Alle im Portfolio enthaltenen Flugzeugfinanzierungen liefen seit der jeweiligen Genehmigung vertragsgemäß. Der durchschnittliche Beleihungsauslauf dieses Portfolioteils lag zum Jahresende 2010 bei 78,6 %.

Von den Seeschifffahrtsfinanzierungen waren zum 31. Dezember 2010 drei Transaktionen mit einem Volumen von 86,0 Mio € auf der Watch List. Für alle drei Transaktionen wurden mit den konsortialführenden Banken tragfähige Restrukturierungskonzepte ausgearbeitet. Diese basieren jeweils auf sogenannten „Pay as you Earn"-Konzepten, sodass die Tilgungsstruktur auf die prognostizierten Charterraten angepasst wird und die bis zur vollständigen Erholung der Märkte noch zu erwartenden Mindertilgungen im weiteren Darlehensverlauf durch Sondertilgungen ausgeglichen werden. Eine vollständige Rückführung der Kredite ist in allen Fällen im Rahmen der marktüblichen Lebensdauer der finanzierten Schiffe gewährleistet.


Markt- und Portfolioausblick 2011/2012

Die ITF Suisse ist im Markt als Syndizierungspartner für Banken etabliert, die Finanzierungen für Transportmittel offerieren. Nachdem sich der Syndizierungsmarkt im Jahr 2010 auf niedrigem Niveau stabilisieren konnte, wird für 2011 eine Fortsetzung der Erholung erwartet. Sowohl in der Seeschifffahrt als auch im Luftverkehr stehen im Prognosezeitraum wieder zahlreiche Auslieferungen von Verkehrsmitteln an, sodass die ITF Suisse in diesen Segmenten mit steigender Geschäftsnachfrage rechnet.  Mehr

Die ITF Suisse wird alle Geschäftsmöglichkeiten unverändert einer strengen Risikoanalyse unterwerfen und strebt 2011 ein Portfoliowachstum an. Dabei wird das Schiffsfinanzierungsgeschäft weiter im Vordergrund stehen (über 50 % des Neugeschäfts), aber auch für das Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen wird eine Ausweitung erwartet. Im Landtransport-Segment werden sich nur gelegentlich Geschäftsmöglichkeiten ergeben, da die hier erzielbaren Margen die erhöhten Refinanzierungskosten in der Regel nicht decken. Grundsätzlich werden die Margen 2011/2012 – insbesondere im Geschäft mit guten Bonitäten – voraussichtlich zwar weiter leicht rückläufig sein, aber deutlich über dem Niveau der Jahre 2007/2008 liegen.

Nach den schwierigen Vorjahren wird erwartet, dass sich der Interbankenmarkt 2011 seitwärts entwickelt, und dass sich in einzelnen Sektoren der internationalen Schifffahrt Normalisierungs-
tendenzen zeigen werden. Die ITF Suisse erwartet erst für die Jahre 2012 bis 2013 eine nachhaltige Erholung der relevanten Märkte, verbunden mit einem deutlichen Anstieg des eigenen Neugeschäftsvolumens. Die ITF Suisse wird in den kommenden Jahren das Erreichte stabilisieren, indem sie moderat wächst und das Bestandsgeschäft konsequent sichert. Dabei ist eine kontinuierliche, zeitnahe Risikoüberwachung unverzichtbar, wozu ein regelmäßiger Austausch mit den konsortialführenden Instituten gehört.